Bilder vom Tegernsee
Dr. Siegfried Marquardt ZTM Udo Plaster

01./02. März 2019

Die natürliche Wiederherstellung zwischen Ästhetik und Funktion
Modularer praktischer Intensivkurs (Modul I)

Basiskurs - Dr. Siegfried Marquardt, ZTM Udo Plaster

20 Fortbildungspunkte

Ästhetische und funktionelle Analyse als sicheres, voraussagbares, prätherapeutisches Konzept - entsprechen traditionelle Übertragungstechniken den anatomischen Gesetzmäßigkeiten?

Zur Vorbereitung und Planung einer Versorgung sollten zahlreiche Informationen über die Gegebenheiten des Patienten zusammengetragen werden, um erfolgreich agieren zu können. Neben den ästhetischen Fragen zu Farbe und Form sind für den funktionellen Bereich die anatomischen Gegebenheiten wie Asymmetrien, skelettale Mitte, Patientenmitte, Okklusionslinienverlauf, Speekurve, skelettale Klassen usw. zuverlässige Hinweise, die reproduzierbar abgegriffen werden sollten und in die Arbeit integriert werden müssen. Diese Angaben sind nicht nur maßgeblich an der Ästhetik, sondern auch an der Funktion einer prothetischen Versorgung beteiligt. Ohne sie sind Planung, Wax-up und erst recht eine Versorgung eher zufällig erfolgreich. Woran soll man sich halten, wenn man nicht weiß, wo man hinsehen muss bzw. was es überhaupt zu sehen gibt? Aber sind diese Parameter mit den klassischen Übertragungsmöglichkeiten im analogen oder virtuellen Artikulator überhaupt darstell- bzw. nachvollziehbar? Sind diese Parameter durch die Übertragung auch identisch mit dem Patienten? Müssen bisherige Dogmen überdacht werden? Können funktionelle Fehlentwicklungen und restaurative Misserfolge reproduzierbar vermieden werden?

Funktionelle Herausforderungen in der rekonstruktiven Zahnheilkunde

Zusätzlich werden wir in unserem Praxisalltag vermehrt mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Patienten beklagen sich über ein stressreiches Leben und können in diesem Zusammenhang begleitende Rücken- und Nackenbeschwerden nicht einordnen. Zudem zeigen ihre Zähne ausgeprägte Abnutzungserscheinungen und Abplatzungen (Chipping). Wenn in solchen Fällen harte und unflexible Vollkeramik und / oder Implantate zur Anwendung kommen, so sind bei funktionellen Dysfunktionen weitere Probleme in den Kiefergelenken und an orthopädischen Rotationszentren vorprogrammiert. Nicht nur alltägliche Erfahrungen und langjährige Entwicklungen, auch zahlreiche Studien untermauern, dass ein Umdenken sinnvoll erscheint.

Die anatomisch reale Übertragung der Patientenkiefer zur natürlichen Wiederherstellung der Kaufunktion und Ästhetik ist eine ständige Herausforderung für den Behandler, vor allem aber auch für den Zahntechniker. Alternativ zu den gängigen, traditionellen Übertragungstechniken rückt mit dem Fortschritt der digitalen Zahnmedizin die Möglichkeit immer mehr in den Vordergrund sowohl funktionelle als auch ästhetisch wichtige anatomische Referenzen realgenau auf den Zahntechnischen Arbeitsplatz zu übermitteln. Der digitale Workflow erleichtert dabei das Vorgehen deutlich.

Die modularen Kurse werden genau darüber Auskunft geben und die neuen Erkenntnisse unter praktischen wie wissenschaftlichen Aspekten diskutieren und aufzeigen, dass Ästhetik und Funktion im Vorfeld einer Behandlung mit dem sogenannten PlaneSystem reproduzierbar und einfach geplant werden können.

Anhand von zahlreichen Fällen, eigenen Modellen und Live-Patienten werden die Zusammenhänge zwischen Verlust der vertikalen Dimension, orthopädischen Beschwerden und physiotherapeutischen Notwendigkeiten aufgezeigt. Es wird Schritt für Schritt erklärt, wie der Zahnarzt einfache Fälle aber auch komplexe Fälle mit funktionellen Defiziten unter Beachtung der biologischen Gesetzmäßigkeiten erkennen, diagnostizieren und therapieren kann.